Lectures For Future (JKU)

Die Vortragsreihe zum Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit geht auch im Wintersemester weiter.

Die Beiträge werden wieder in unserem Youtube Channel live gestreamt.

Vorträge im Wintersemester 2020/21

Link im KUSSS

Wann Wo Was
11.01.21, 18Uhr Online Youtube

Dr.in Elisabeth Oberzaucher - “Nachhaltiges Verhalten durch Nudging – der Beitrag der Menschenwissenschaften für die Zukunft des Planeten” Die Evolution hat nicht nur unsere Anatomie, sondern auch unsere Kognition und unsere Verhaltenstendenzen geprägt. Das was in der Umgebung der evolutionären Angepasstheit für unsere Vorfahren sinnvoll war, stellt sich unter heutigen Lebensbedingungen oft als unpassend heraus. Beispielsweise ist unsere Vorliebe für energiereiche Nahrung, sowie Verhalten, das Energie außerhalb des Organismus rekrutiert, weder für die individuelle Gesundheit, noch für das Wohlergehen des Planeten förderlich. Mithilfe von Menschenwissenschaften werden Maßnahmen identifiziert, die sich diesen evolutionär verwurzelten Verhaltenstendenzen entgegenstellen, und so dazu beitragen, Menschen zu nachhaltigerem Verhalten zu motivieren. Nur indem die Verhaltenstendenzen der Menschen verstanden und berücksichtigt werden, kann beispielsweise eine nachhaltige Mobilitätswende erreicht werden.

Elisabeth Oberzaucher ist Verhaltensbiologin. Sie forscht und lehrt seit 2001 an der Fakultät für Lebenswissenschaften der Universität Wien. Seit 2015 ist sie wissenschaftliche Leiterin des Vereins Urban Human.

Weiterführende Links: https://www.oberzaucher.eu/ http://www.urbanhuman.eu/

VERGANGEN
Wann Wo Was
12.10.20, 18Uhr Online Youtube

FH-Prof. DI Dr. Robert Höller - “Die Solare Revolution” Diese Präsentation gibt einen Überblick über die weltweite Entwicklung der Solarenergie und die jüngsten technischen Entwicklungen bei großen Solarkraftwerken, sowie einen Ausblick auf die Solare Revolution der kommenden Jahre.

Dr. Höller ist seit 2013 Professor für Erneuerbare Energie an der Fachhochschule Oberösterreich. Seine Forschungsschwerpunkte sind derzeit die Optimierung der Technik und des Betriebs von PV-Großkraftwerken, sowie die Verbesserung von Solarstrahlungs-Prognosen. Er führte mehrere Machbarkeitsstudien und Projektentwicklungen von PV-Großkraftwerke durch, unter anderem für ein 1000 MW PV/CSP-Solarparkprojekt in Dubai, und war Projektmanager für ein 50 MW Projekt für konzentrierende Solarenergie (CSP) in der Türkei, für eine 13 MW PV-Projekt in Rumänien. Vor kurzem hat er die Entwicklung eines 10 MW PV-Kraftwerks in der Wüste des Zentralirans abgeschlossen, das 2018 gebaut wurde.

09.11.20, 18Uhr Online Youtube

Univ.-Prof.in Dr.in Elke Schüßler - "Lohnt sich Unternehmensverantwortung?"
Ein kritischer Blick auf den “Business Case für Corporate Responsibility” Viele Regierungen setzen bei der Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele darauf, dass sich Unternehmen freiwillig sozial und ökologisch verantwortungsvoll verhalten. Dabei steht die Idee im Vordergrund, dass Unternehmen auch aus rein ökonomischen Gründen ein Interesse daran haben, gesellschaftliche und ökologische Interessen zu berücksichtigen, dass es also einen “Business Case” für Unternehmensverantwortung gibt. Die Rhetorik eines solchen Business Case verdeckt aber die teilweise fundamentalen Widersprüche zwischen den Anforderungen einer zumindest kurzfristig orientierten Profitorientierung und sozial und ökologisch nachhaltigem Verhalten. In diesem Vortrag wird der Business Case für Unternehmensverantwortung kritisch diskutiert; alternative Handlungsmöglichkeiten werden aufgezeigt.

23.11.20, 18Uhr Online Youtube

Assoc. Univ.-Prof. Wolfgang Schöfberger - "CO2 im Wandel - vom Klimakiller zur neuen Ressource?"
Weltweit sucht die Chemie nach praktischen Lösungen, um die Konzentration atmosphärischen Kohlendioxids (CO2) zu verringern. Der Ansatz: Das Gas soll als Ressource und nicht als Abfall verwendet werden. Allerdings ist die Nutzung von CO2 als Rohstoff und seine Umwandlung in nützliche Chemikalien oder Kraftstoffe aufgrund der molekularen Stabilität der Verbindung äußerst schwierig – bekannt als Aktivierungsproblem. Diese Stabilität stellt große Herausforderungen an Versuche zur Aktivierung oder Reaktivierung von CO2.

Das “Schoefberger Lab” am Institut für Organische Chemie der Johannes Kepler Universität hat neue Katalysatoren entwickelt, die CO2 effizient zu Alkohole oder organischen Säuren umwandeln können. Die wissenschaftlichen Arbeiten dazu wurden im Rahmen zweier Projekte, finanziert vom Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF (FWF-P28167-N34 und FWF-P32045-NB), durchgeführt und sind in den Fachjournalen Nature Communications und Angewandte Chemie publiziert worden. Die so erhaltenen Produkte können unter Verwendung bereits bestehender Technologien in eine Reihe nützlicher Chemikalien umgewandelt werden, wodurch ein effizienter Weg zur Nutzung von CO2 offensteht. Statt in die Atmosphäre zu gelangen, kann das umgewandelte CO2 also in der Industrie weitergenutzt werden.

In diesem Vortrag erfahren Sie von Prof. Wolfgang Schöfberger wie man CO2 chemisch aktivieren und zu brauchbare Chemikalien umsetzen kann.

https://www.jku.at/en/institute-of-organic-chemistry/team/schoefberger-lab/

14.12.20, 18Uhr Online Youtube

Univ.-Prof. Dr. Erik G. Hansen - “Circular Economy: neues Wirtschafts- und Innovationsparadigma für das 21. Jahrhundert?”
Aufgrund marktlicher, ökologischer und regulatorischer Veränderungen stehen Industrien zunehmend vor der Herausforderung Wertschöpfungsketten vom Ressourcenabbau bis zur Produktentsorgung neu zu denken. Vor diesem Hintergrund treibt die Europäische Union das Konzept der Kreislaufwirtschaft („Circular Economy“) voran mit dem Ziel Produkte, Komponenten und Materialien in möglichst dauerhaften und qualitativ hochwertigen Kreisläufen zu führen.

Als Systemperspektive erfordert die Circular Economy einen Paradigmenwechsel im Produkt- und Umweltmanagement von Unternehmen: Es geht nicht mehr primär darum, das Design mit dem niedrigsten Ressourcenverbrauch pro Produkt zu realisieren; vielmehr benötigt es ein kreislauffähiges (Circular) Design welches eine Verlängerung des Produktlebenszyklus durch sog. technische Kreisläufe – wie Reparatur, Wiederverwendung, und Wiederaufbereitung von Produkten, sowie Upcycling hochwertiger Materialien am Produktlebensende – ermöglicht. Im Gegensatz zu Gebrauchsprodukten sollten Verbrauchsprodukte (z.B. Reifenabrieb) mit biologischen Kreisläufen kompatibel, d.h. vollständig abbaubar sein, um persistente Stoffeinträge in die Umwelt zu verhindern.

Erfolgsfaktor für ein kreislauforientiertes Redesign von Produkten und den dazu notwendigen Dienstleistungen ist ein ganzheitlicher und kollaborativer Innovationsansatz der Akteure aus der gesamten Wertschöpfungskette sektorenübergreifend integriert. So muss bereits in der Produktentwicklung mit der Verwertungswirtschaft kooperiert werden, um sowohl die Kreislauffähigkeit als auch die tatsächliche Kreislaufführung von Materialien sicherzustellen. Zur Koordination dieser Innovation entstehen in (innovativen) Unternehmen neue Kreislauf-Facheinheiten und am Markt neue Kreislauf-Dienstleister (z.B. Zertifizierungen).

Referenzen:
Hansen, E. G., & Revellio, F. (2020). Circular value creation architectures: Make, ally, buy, or laissez‐faire. Journal of Industrial Ecology, 24(6), 1250–1273. https://doi.org/10.1111/jiec.13016.

Hansen, E. G., & Schmitt, J. (2019). Zirkulärwirtschaft als Chance: Innovative Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle wertschöpfungsübergreifend gestalten. Wirtschaftspolitische Blätter, (4), 405–422, Researchgate.

Vorträge im Sommersemester 2020

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Wann Wo Was Video Link
9.3.20, 18Uhr Festsaal, JKU

Univ.-Prof. Rosenberger - "Nachhaltig gut leben" Die Analyse der Naturwissenschaften ist klar: Vier von neun Belastungsgrenzen des Planeten Erde sind bereits überschritten. Wenn die Menschheit nicht schnell und einschneidend gegensteuert, könnte ihre Lebensgrundlage schon bald zerstört sein. Es braucht also eine grundlegende Transformation des Modells moderner Industriegesellschaften. Aber wie kann diese aussehen? Und wie lassen sich die Widerstände überwinden, die sich ihr entgegenstellen? Schließlich: Ist das Leben nach der ökologischen Wende noch lebenswert?

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20.4.20, 18Uhr Online

Univ.-Prof.i.R. Kerschner - "Nach der Corona-Krise mitten in der Klimakrise?" Die Corona-Krise lässt uns auf das Wesentliche besinnen. Doch die größte Herausforderung für die Menschheit im 21. Jahrhundert ist und bleibt die Klimakrise. Sie duldet keinen Aufschub mehr. Wie weit ist nun der Klimaschutz bisher im Recht angekommen? Verlangt das Verursacherprinzip nach Generationenverantwortung? Und welches neue Klimaschutzrecht brauchen wir?

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24.4.20 Online Weltweiter Klimastreik
11.5.20, 18Uhr Online

o.Univ.Prof. Reinhold W. Lang - "Die Große Gesellschaftliche Transformation ‘Technologisch‘ Navigieren" Klimanotstand, Umweltkrise und Kunststoffabfälle („Plastikmüll“) sind Ausdruck eines mittlerweile dysfunktionalen Wirtschaftssystems, das sich an überkommenen Denkansätzen und Modellvorstellungen aus einer Zeit vor bzw. zu Beginn der industriellen Revolution orientiert und das dringend einer paradigmatischen Neuorientierung und Transformation zu einer Nachhaltigen Entwicklung (“Sustainable Development“) bedarf. Wirtschaftlich-technologischer Dreh- und Angelpunkt dabei ist der möglichst rasche Übergang vom gegenwärtigen, auf fossilen Energie-Rohstoffen basierenden linearen Wirtschaftsmodell, hin zu einem auf erneuerbaren Energietechnologien basierenden, zirkulären Wirtschaftsmodell (“Circular Economy“).

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8.6.20, 18Uhr Online

Univ.-Prof. Dr. Giuseppe Delmestri - “Prozesse der Verleugnung. Warum reife Menschen (insb. Männer) auf Greta wütend sind”
Wut ist oft Ergebnis unterdrückter Gefühle. Welche Gefühle verleugnen Menschen, die ihre unbändige Wut gegen eine Jugendliche richten, die nur wissenschaftliche Forschung zitiert und sich um ihre Zukunft sorgt? In diesem Vortrag nehme ich die Wut-Welle gegen Greta Thunberg als Beispiel heran, um allgemeine gesellschaftliche Prozesse der Verleugnung zu thematisieren. Weitere Beispiele sind die Stigmatisierung von Veganer/innen oder die Reaktion auf die wirtschaftlichen Folgen der Covid-10 Krise. Unterschiedliche Formen der Verleugnung zu verstehen, die krasseren sowie die subtileren, ist essentiell, um mögliche Auswege aus der Klimakrise zu finden. Meine These ist, dass die meisten von uns mehr oder weniger in Verleugnung leben. Einsichten des Change-Managements runden den Vortrag ab.

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